Die Bank hat eine Vereinbarung mit einem Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten unterschrieben. Der Deal kann sich auch auf den Übernahmekampf mit der Commerzbank auswirken.

Unicredit-Zentrale in Mailand: Das Institut zählt zu den westlichen Banken mit dem größten Engagement in Russland. Foto: imago images/imagebroker
Frankfurt. Die italienische Großbank Unicredit will ihren Rückzug aus Russland beschleunigen und dabei einen Milliardenverlust in Kauf nehmen. Das Institut habe eine nicht bindende Vereinbarung unterschrieben, Teile ihres Russlandgeschäfts an einen „etablierten privaten Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten“ zu verkaufen, teilte Unicredit am Donnerstag mit.
Falls der Deal wie geplant in der ersten Jahreshälfte 2027 umgesetzt wird, erwartet Unicredit dadurch eine Ergebnisbelastung von 3 bis 3,3 Milliarden Euro. Die Kapitalquote würde nach Einschätzung von Unicredit dagegen um 35 Basispunkte steigen. Die Unicredit-Aktie legte bis zum Mittag rund ein Prozent auf 71,76 Euro zu.
Der potenzielle Deal in Russland hat auch Auswirkungen auf die von Unicredit angestrebte Übernahme der Commerzbank. Das Mailänder Institut bietet im Rahmen eines Übernahmeangebots seit Dienstag 0,485 eigene Aktien für ein Commerzbank-Papier.
Orcel will den Russen nichts schenken
„Zum jetzigen Zeitpunkt gelten für Verkäufe in Russland folgende Regeln“, sagte Orcel im November bei einer Veranstaltung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. „Erstens darf Ihnen niemand mehr als 40 Prozent des Firmenwertes bezahlen. Und zweitens werden diese 40 Prozent besteuert: mit 55 oder 75 Prozent“, erklärte der Unicredit-Chef. „Für mich ist das ein Geschenk an die Russen. Und unter diesen Bedingungen werde ich es den Russen nicht schenken.“
Die EZB-Bankenaufsicht fordert von Unicredit schon länger, das Russlandgeschäft deutlich herunterzufahren. Das italienische Institut setzte sich dagegen 2024 zur Wehr und wollte vor Gericht klären lassen, ob es entsprechenden Vorgaben der EZB Folge leisten muss.

Andrea Orcel: „Die Russen sind sehr darauf bedacht, nicht zu verstaatlichen.“ Foto: Bloomberg
Auch bei der gescheiterten Übernahme des heimischen Konkurrenten Banco BPM 2025 spielte das Russlandgeschäft eine wichtige Rolle. Die italienische Regierung nannte einen Rückzug aus Russland damals als eine von mehreren Bedingungen für eine Übernahme. Orcel zog sein Übernahmeangebot daraufhin zurück.
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Künftig will sich Unicredit in Russland auf die Abwicklung von Zahlungen in Euro und Dollar für europäische und nicht sanktionierte russische Kunden konzentrieren. Diese Geschäfte sollen auf eine neue Bank übertragen werden, die im Eigentum von Unicredit verbleibt. Die anderen Teile der russischen Tochter AO Bank soll der Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten übernehmen.
Eine „galaktische Compliance‑Anstrengung“
Ob der Verkauf tatsächlich gelingt, muss sich allerdings noch zeigen. In den vergangenen Jahren sind mehrere Versuche westlicher Banken gescheitert, ihr Russlandgeschäft zu veräußern. Die niederländische Großbank ING sagte beispielsweise vor einem Monat den bereits im Januar 2025 angekündigten Verkauf ihres Russlandgeschäfts an die in Moskau ansässige Global Development JSC ab.
Wie schwierig der Umgang mit ihrem Russlandgeschäft für Unicredit ist, beschrieb Orcel bei seinem Auftritt in Frankfurt Ende 2025 anschaulich. „Ich erinnere alle daran, dass Kuba mit 250 Sanktionen belegt ist. Russland hat 15.000“, sagte er. Die EU, Kanada, Großbritannien, Australien und die USA hätten dabei alle unterschiedliche Regelwerke. „Das zu managen, ist eine galaktische Compliance‑Anstrengung.“
Kutylowski versucht nun, die Restrukturierung als strategischen Befreiungsschlag zu positionieren. DeepL wolle sich stärker auf Sprach-KI und Echtzeit-Übersetzung fokussieren. Dafür übernimmt das Unternehmen unter anderem Teile des Audio-Streaming-Spezialisten Mixhalo und eröffnet ein Büro in San Francisco.
Eine Sprecherin erklärte: „Mit dem heutigen Schritt stellt DeepL sicher, seine führende Rolle im globalen KI-Wettbewerb zu behaupten – und richtet das Unternehmen konsequent auf die Anforderungen der Zukunft aus.“ DeepL befinde sich weiterhin „in einer starken Position – mit führenden Produkten, hoher Kundennachfrage und einem klaren Kurs nach vorne“.
Erst im Mai legte DeepL dem Unternehmensregister verspätet den Jahresabschluss 2024 vor. Demnach stieg der Umsatz um gut 60 Prozent auf knapp 156 Millionen Euro. Das Wachstum war allerdings teuer erkauft: Der Verlust weitete sich zugleich massiv aus. Laut dem Jahresabschluss lag er 2024 bei rund 75 Millionen Euro nach etwa 14 Millionen Euro im Vorjahr. Im Schnitt waren in jenem Jahr 634 Mitarbeiter für DeepL tätig. Offizielle Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor.













